Englische Texte lesen und verstehen

    Junger Mann liest einen Stapel englischer Bücher

    Lesen ist eigentlich ein selbsterklärender Prozess: Man nimmt einen Text und liest ihn; traditionellerweise von vorne nach hinten. Bei fremdsprachigen Texten ist das jedoch nicht so einfach. Hier ist es sinnvoll, ein paar strategische Überlegungen anzustellen, ehe man sich ans Lesen macht.

    Welche englischen Texte lese ich am besten?

    Wenn es Ihnen einfach darum geht, Leseverstehen zu trainieren, sollten Sie englische Texte lesen, die Ihrem Niveau entsprechen und Sie interessieren. Sowohl langweilige Inhalte als auch ein zu schwieriges Level werden Sie hauptsächlich demotivieren. Deswegen sind alle Artikel auf Business Spotlight Online mit dem entsprechenden Schwierigkeitsniveau versehen.

    Einfacher wird ein Text übrigens nicht nur dadurch, dass er simple Vokabeln und Grammatik benutzt. Je mehr Vorwissen Sie mitbringen, desto besser können Sie auch als Anfänger Wörter erraten. Daher tun Sie sich auch leichter, wenn Sie einen englischen Roman schon einmal vorher auf Deutsch gelesen haben. Oder zu dem Thema eines Zeitungsartikels Hintergrundwissen haben.
     

    Einfacher wird ein Text nicht nur dadurch, dass er simple Vokabeln und Grammatik benutzt.


    Wahlweise helfen Ihnen auch Magazine, die speziell für Englisch-Lerner aufbereitet wurden und Ihnen beispielsweise schwierige Vokabeln angeben (eine große Auswahl solcher Texte finden Sie auf dieser Seite unter Englisch lesen). Eine Herausforderung hingegen sind Fachartikel zu Nischenthemen oder englische Literatur aus vergangenen Zeiten.

    Was für eine Art von Text habe ich vor mir?

    Bevor Sie mit dem Lesen beginnen, sollten Sie sich bewusst machen: Was lese ich da eigentlich? Eine Gebrauchsanweisung, ein Backrezept, ein Interview?

    Das gilt ganz besonders, wenn Sie den Text nicht selbst ausgewählt haben, sondern ihn beispielsweise im Rahmen einer Englischprüfung bearbeiten. Die Textsorte lässt sich oft schon anhand von äußeren Merkmalen eingrenzen: Textquelle, Layout, Bilder und Überschrift sind hier besonders hilfreich. Wenn Sie sich deutlich machen, was Sie da lesen, fällt es Ihnen leichter, Bezüge herzustellen und so unbekannte Wörter zu erraten.

    Wozu lese ich den Text?

    Die Textsorte zu kennen, hilft auch bei der zweiten Frage: Wozu lesen Sie diesen englischen Text? Denn je nach Ziel bieten sich unterschiedliche Lesestrategien an.

    1. Bei einem englischen Backrezept, das Sie auch wirklich umsetzen möchten, ist es zum Beispiel wichtig, den Text bis ins kleinste Detail zu verstehen. Sonst besteht akute Gefahr für Ihren Kuchen.

    2. Anders sieht es bei einem Roman aus, den Sie in Ihrer Freizeit lesen. Da ist es für gewöhnlich nicht schlimm, wenn Sie nicht alle Einzelheiten verstehen; Sie wollen einfach der Geschichte folgen.

    3. Anders verhält es sich mit einer Packungsbeilage. Diese lesen die wenigsten ganz durch; hier geht es lediglich darum, eine bestimmte Information zu finden.

    Auch bei einer Prüfungsaufgabe zum Leseverständnis müssen Sie übrigens nicht alles bis in kleinste Detail verstehen, um die Fragen zu beantworten. Im Gegenteil: Oft verschwenden Sie so Zeit.

    Welche Lesestrategie benutze ich?

    Es gibt verschiedene Lesestrategien, die den Beispielen im letzten Absatz entsprechen:

    1. Globales Lesen: In kurzer Zeit das Wichtigste verstehen; Beispiel: Lesen eines Romans

    2. Detaillertes Lesen: Möglichst alle Einzelheiten verstehen; Beispiel: Lesen eines Backrezepts

    3. Selektives Lesen: Die Suche nach einzelnen Informationen in einem Text; Beispiel: Lesen der Packungsbeilage

    Oft ist es sinnvoll, diese Strategien zu mischen: Zum Beispiel eine Gebrauchsanweisung selektiv zu lesen, um eine bestimmte Passage zu finden und diese dann ganz detailliert zu studieren. Oder aber einen englischen Artikel erstmal zu überfliegen, um das Wichtigste zu verstehen (globales Lesen) und ihn beim zweiten Mal ganz genau zu lesen.

    Mit dem detaillierten Lesen zu beginnen, ist selten sinnvoll. Dann verlieren Sie vielleicht wertvolle Zeit damit, die Einleitung eines englischen Texts zu verstehen, obwohl alle wichtigen Infos erst in der zweiten Texthälfte stecken.

     

    Mann liest englischen Text auf seinem Tablet

     

    Das Lesen kann beginnen

    Nun wissen Sie

    • was für einen Text Sie lesen,

    • wozu Sie ihn lesen und

    • welche Lesestrategien Ihnen dabei helfen

    Das heißt: Es kann losgehen. Trotz aller Vorbereitung werden Sie natürlich immer langsamer lesen als ein englischer Muttersprachler. Davon sollten Sie sich nicht verunsichern lassen. Es ist ganz normal, dass Sie vielleicht erst beim zweiten Lesen wirklich verstehen, worum es geht.

    Hier sind einige Tipps, die Ihnen gerade bei schwierigeren englischen Texten helfen können  –  egal welche Lesestrategie Sie nutzen.

    Erstellen Sie eine Gliederung

    Versuchen Sie den Text in Sinnabschnitte zu unterteilen und diese für sich zu benennen. Wenn Sie ein Verständnis dafür entwickeln, welche Funktion ein bestimmter Abschnitt für den ganzen Text hat, ist es auch leichter zu entscheiden, wie genau Sie ihn studieren müssen. Manchmal lassen sich durch die Einordnung ins Textganze auch Wörter leichter erraten.

    Nutzen Sie den verständlichsten Teil als Ausgangspunkt

    Die Einleitung des Textes ist vollkommen unverständlich für Sie? Suchen Sie zunächst nach einem Abschnitt, den Sie verstehen und arbeiten Sie sich von diesem aus nach vorn und hinten. Wenn Sie ein Stück des Textes verstanden haben, ist es leichter zu erahnen, was vor oder nach diesen Absätzen stehen könnte.

    Versuchen Sie Wörter aus dem Kontext zu erschließen

    Versuchen Sie, wo immer es geht, Worte zu erschließen. Manchmal geht das direkt über die Wortbildung  –  zum Beispiel weil die englische Vokabel einem deutschen Fremdwort ähnelt.
     

    Gerade bei Adjektiven oder Adverbien kann es sein, dass ein Satz ohne das Wort genauso viel Sinn ergibt


    Auch der Kontext gibt Hinweise auf mögliche Bedeutungen des Wortes. Zuerst sollten Sie anhand der Satzstruktur entscheiden, um welche Wortart es sich handelt. Gerade bei Adjektiven oder Adverbien kann es sein, dass ein Satz ohne das Wort genauso viel Sinn ergibt.

    Sobald Sie die Wortart identifiziert haben, sollten Sie verschiedene Ideen durchspielen, was das Wort heißen könnte. Wenn bei einer Hypothese alles plötzlich Sinn ergibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie richtig geraten haben.

    Misstrauen Sie im Zweifelsfall Wörtern, die Sie kennen

    Sie kennen alle Worte, aber eine Textstelle erscheint trotzdem vollkommen sinnlos? Dann könnte es sein, dass eine Vokabel hier in einer für Sie unbekannten Bedeutung auftaucht. Nehmen Sie den Satz: The plant assembles cars. Die meisten wissen, das englische Wort plant im Deutschen Pflanze bedeutet, aber nicht alle kennen die Zweitbedeutung im Sinne von Fabrik.

    Wenn in Ihrem Text also eine Pflanze Autos zusammenbaut, sollten Sie die Absurdität nicht zweifelsfrei hinnehmen, sondern über alternative Bedeutungen nachdenken  –  oder sie im Wörterbuch nachschlagen.

    Mit diesen Tipps und Methoden sind Sie gut gerüstet, auch schwierige englische Texte anzugehen. Trainieren Sie hier sofort mit einem Artikel Ihrer Wahl oder anhand einer Leseverstehensübung.

     

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